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Beschreibungen Weisheit und Mysterium. Das Bild der Griechen von Ägypten. Buch
Assmann, Jan: Weisheit und Mysterium. Das Bild der Griechen von Ägypten. München, Beck 2000. 8°. 91 Seiten. Kartoniert mit farbiger Einbandzeichnung. Sehr gut erhalten.Als die Griechen vor über 3.500 Jahren den intensiven Kontakt zu den Ägyptern suchten, war dies eine Begegnung voller Neugier auf der einen Seite und ausgeprägtem Selbstbewusstsein auf der anderen. Auf jeden Fall aber wurde in dieser Zeit auch der Grundstein für die geistig-politische Entwicklung des Abendlandes gelegt. Eine spannende Geschichte, die von Osiris zu Lessing, von Manetho zu Kant und von Diodor bis Terrasson reicht -- und von alles überdauernden Errungenschaften längst vergangener Reiche zeugt.
Jan Assmann vermag mit seinem Essay nicht nur die überaus interessanten und weithin wenig verinnerlichten Vorstellungen über das abendländische Ägyptenbild darzustellen, er tut dies auch in einer Art und Weise, die für sein Werk eine Verbreitung weit über das eigene Fachgebiet erhoffen lassen. Wichtiger Gegenstand von Assmanns Betrachtungen sind dabei die Umstände, unter denen die Prägung des Ägyptenbildes erfolgte. Offenbar konnten die Griechen nur indirekt über Dolmetscher mit den Ägyptern kommunizieren, so dass ein Ägyptenbild entstand, das einerseits von griechischer Übertragung, andererseits von ägyptischer Selbstdarstellung geprägt war. Als rote Fäden ziehen sich ausgesuchte Quellen durch das Buch, so dass die Begegnungen beider Welten immer wieder einen fast tagebuchartigen Charakter bekommen.
In seinen "großen Themen" beschreibt der Ägyptologe nun die griechischen Reflexionen über Theologie, Politik und das Geschichtsbewusstsein der Äygpter, über die Regierbarkeit des Reiches durch Differenzierung, das priesterlich-philosophische Königtum und die Konfrontation des griechischen Mythos mit ägyptischem Logos. Am Ende steht die Erkenntnis eines merkwürdig konfliktfreien Austausches, eines Dialoges, der den Griechen zu neuen Erkenntnissen von außen und den Ägyptern zu neuen Erkenntnissen über sich selbst verhalf. --J. Schüring